Analyse der Sure Yusuf

von Nadia Aboushady

(Einleitung)

Moses (a.s.) kam mit vielen Zeichen für seine Leute, vor allem mit dem Stock, mit dem er viele Wunder wirkte.

Jesus (a.s.) konnte mit Allahs Erlaubnis die Blinden und die Aussätzigen heilen.

Mohammad (s.a.w) kam mit dem Koran. Das Besondere ist, dass wir Mohammads Zeichen bis heute zwischen unseren Händen halten. Der Koran ist das Buch, das die Quraisch (Mohammads Stamm auf der arabischen Halbinsel) aus vielen unzivilisierten Sippen zu einem festen Gefüge und zu Kulturgründern machte. Der Koran ist ein besonderes Buch, das wir gut verstehen müssen, um wie die früheren Muslime erfolgreich im Diesseits und Jenseits zu werden.

Mit der Analyse der Sure Yusuf versuchen wir, den Koran und einen unserer beliebten Prophten näher kennenzulernen.

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Alif Lam Ra'. Das sind die Verse der deutlichen Schrift. [12:1]

Alif, Lam, Ra' sind drei Buchstaben in der arabischen Sprache nämlich "a", "l" und "r".

Es wurde vieles über ihre Bedeutung gesagt jedoch ist man bis jetzt nicht zu einem bestimmten Ergebnis gekommen. Einer der Bedeutungen könnte sein, dass Allah diese Buchstaben am Anfang der Sure setzt, um den Menschen zu zeigen, dass aus den Buchstaben, die den Menschen bekannt sind, ein Text wird, den sie aber nie imitieren können.

Wir erzählen dir die schönste der Geschichten, indem Wir dir diesen Qur'an offenbaren, obwohl du zuvor unter denen warst, die keine Kenntnis besaßen. [12:3]

Wieso "die schönste der Geschichten"? Was unterscheidet diese Geschichte von anderen Geschichten?

Literarisch gesehen zeigt diese Geschichte einen besonderen Aufbau auf, bezüglich der Handlung, der Mehrzahl an Wendepunkten, des Höhepunktes, der Auflösung des Konfliktes, des Endes und der Sprache.

In der Sure werden sogar auf historische, wirtschaftliche und sogar psychische Aspekte hingedeutet.

Hinzu kommt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse, von denen man erst in dem 21 Jahrhundert erfuhr, bereits vor mehr als 1400 Jahren im heiligen Koran erwähnt sind.

Eines der Wunder dieser Geschichte und des gesamten Korans ist, dass obgleich wie oft man diese Sura durchliest, man sich nie langweilt. Im Gegenteil: Man findet immer wieder neue Bedeutungen von manchen Wörtern, und man kann die Versen immer unter einem anderen (neuen) Blickwinkel analysieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass es nicht von allen Aktionen und Details der Handlung in dieser Sura berichtet wird. Manches bleibt offen: es befindet sich z.B. ein "Sprung" zwischen zwei Szenen, ohne jedoch dass es zu einer inhaltlichen Lücke kommt. Somit muss sich der Leser Gedanken machen und er schaltet sein Gehirn an, um sich den Rest der Handlung vorzustellen. Dadurch wird es einem nie langweilig (da unsere Phantasie keine Grenzen hat).

Das macht die Geschichten des heiligen Korans und besonders dieser Sure zu den besten Geschichten, die es geben kann.

Damals sagte Yusuf zu seinem Vater: "O mein Vater, ich sah elf Sterne und die Sonne und den Mond, (und) ich sah sie vor mir niederfallen." [12:4]

Wenn wir die Wortwahl in diesem Vers uns genauer betrachten, stellen wir folgendes fest:

"O mein Vater": auf Arabisch "mein Vater" = abati oder abatie (mit einem langen i). In diesem Vers wurde "abati" gebraucht und zwar absichtlich. Durch das Wegstreichen des "e" wird es zu "abati" mit einem kurzen "I", was dazu dient, die Szene von Yusuf und seinem Vater deutlicher darzustellen: Yusuf flüstert seinen Vater ins Ohr, also konnte er nur abati sagen, denn abatie mit einer langen Silbe, würde dazu dienen, eine Szene darzustellen, in der z.B. ein Mann dem Marktvolk etwas sagen will. Er muss also laut sprechen, was die Verlängerung des "i " ermöglicht.

Warum erzählt Yusuf seinem Vater von dem Traum überhaupt? Erzählen wir jeden Traum den anderen?

Noch komischer ist: Aus welchem Grunde flüstert Yusuf zu seinen Vater?

Die Antwort lautet: Dieser Vers deutet darauf hin, dass Yusuf genau wusste, dass dieser Traum kein "normaler" ist, sonst hätte er seinem Vater davon nichts erzählt. Die Aussage, der Traum sei kein normaler Traum, wird dadurch unterstützt, indem Yusuf seinem Vater ganz leise von dem Traum erzählt. Es gibt also eine bestimmte "Verknüpfung" zwischen Yusuf und Träumen. Dies ist also eine Vorausdeutung für das, was im Laufe der Geschichte dem Leser klar wird, dass nämlich Yusuf begabt ist, zwischen normalen und besonderen Träumen zu unterscheiden, ja sogar die Aussage der besonderen Träume herauszufinden.

Er sagte: "Du, mein Söhnchen, erzähle deinen Traum nicht deinen Brüdern, sie werden sonst eine List gegen dich ersinnen; denn Satan ist dem Menschen ein offenkundiger Feind. [12:5]

Warum darf Yusuf seinen Traum nicht weiter erzählen? Und warum insbesondere nicht zu seinen Brüdern? Jakob, Yusufs Vater, wusste also genau, dass die Nacherzählung des Traumes zur Beneidigung der Brüder führen wird.

Ausserdem verstand Jakob, worum es in diesem Traum geht und was für eine Bedeutung er hat. Das wird in dem nächsten Vers sofort bewiesen:

Und so wird dein Herr dich erwählen und dich die Deutung der Träume lehren und Seine Huld an dir und an dem Geschlecht Jakobs vollenden, so wie Er sie zuvor an zweien deiner Vorväter vollendete, an Abraham und Isaak. Wahrlich, dein Herr ist Allwissend, Allweise." [12:6]

Jakob erklärt seinem Sohn Yusuf, dass Gott ihn erwählt hat, um die Deutungen der Träume zu verstehen und dass Gott ihn -Yusuf- auch als Prophet erwählt hat wie seinen Vorvater Abraham und Isaak.

Woher wusste aber Jakob, dass Yusuf ein Prophet wird? Was spricht dafür, dass Yusuf ein Prophet wird? Im Traum handelt es sich doch um Sonne und Mond!

Der Prophet Jakob wusste, dass mit den elf Sternen die Brüder Yusufs, mit der Sonne Jakobs Frau, die Mutter von Jusuf und mit dem Mond er selbst gemeint war.

Und? Da Jakob ein Prophet ist, würde er niemels vor jemandem niederfallen, der ein normaler Mensch ist, sondern es muss sich um einen Propheten handeln.

Damals sagten sie: "Wahrlich, Yusuf und sein Bruder sind unserem Vater lieber als wir, obwohl wir mehrere sind. Unser Vater befindet sich gewiß in einem offenkundigen Irrtum. [12:8]

In diesem Vers wird klar, dass Jakob seine Söhne doch gleich gut behandelt hat und dass die Behauptung von Yusufs Brüder "Yusuf und sein Bruder sind unserem Vater lieber als wir", nicht wahr ist, da sie sich gleich im nächsten Satz wiedersprechen, indem sie sagen "obwohl wir" ein "Bündel" sind, d.h. obwohl wir mehrere sind.

Yusuf und sein Bruder Benjamin hatten dieselbe Mutter, während die anderen zehn Brüder eine andere Mutter hatten. Yusuf und sein Bruder Benjamin waren also eine "Minderheit", und deswegen musste sich der Vater auch um sie kümmern, damit sie sich nicht als Minderheit fühlen. Jakob verwöhnt also nicht Yusuf, sondern handelt ganz richtig.

An dieser Stelle erkennt man auch, dass grosse Fehler immer klein anfangen:

Hier hat es damit angefangen, dass die Söhne über ihren Vater sprechen, dann hat es sich zur Respektlosigkeit gegenüber ihen Vaters entwickelt ("Unser Vater befindet sich in einem Irrtum). Im nächsten Vers kommt direkt die dritte Steigerung, nämlich:

"Tötet Yusuf oder vertreibt ihn in ein fernes Land ; frei (für euch) wird damit das Antlitz eures Vaters, und ihr werdet danach gute Leute sein." [12:9]

Natürlich war das Gespräch viel länger. Was aber die Brüder alles gesagt haben, ist nicht wichtig für uns als Muslime. Denn eins wollte uns Allah beibringen: Eine "masiia" (fehler) fängt immer klein an, endet aber mit einer Katastrophe. Beispielsweise Alkohol führt zu weiteren Drogen, Drogenabhängigkeit kann zum Mord anderer Menschen führen.

Yusufs Brüder behaupten, dass sie danach gute Leute werden. Diese Intention wird im Islam abgelehnt. Ein Mörder darf nicht morden und dabei die Intention haben, dass er damit aufhören und religiös sein wird, nachdem er seine Ziele verwirklicht hat!

Es sagte einer von ihnen: "Tötet Yusuf nicht; wenn ihr aber vorhabt, etwas zu unternehmen, dann werft ihn in die Tiefe eines Brunnens; möge jemand von den Reisenden ihn herausziehen." [12:10]

In diesem Vers wird deutlich, dass der Mensch, der sich auf's Lügen gewöhnt hat, nicht nur andere belügt, sondern sich selbst! Wieso soll man Yusuf in die Tiefe eines Brunnens werfen, gleichzeitig aber ihm kein Leid tun, denn es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass ihn jemand von den Reisenden herauszieht?

Yusufs Brüder wollen also nur durch diese Lüge ihre Schuldgefühle betäuben.

Sie sagten: "O unser Vater, warum vertraust du uns Yusuf nicht an, obwohl wir es wahrhaftig gut mit ihm meinen? [12:11]

Dann versuchen Yusufs Brüder ihres Vaters Vertrauen zu gewinnen, weil sie genau wissen, dass sie dieses nicht verdienen.

Schicke ihn morgen mit uns, damit er sich vergnüge und spiele, und wir wollen gut auf ihn aufpassen." [12:12]

Es ist klar, dass Spielen und sich Vergnügen nichts gegen Islam ist, denn Jakob war ein Prophet und er hat das Spielen und Spass haben seinen Söhnen nicht verboten.

Er sagte: "Es macht mich traurig, wenn ihr ihn mit fortnehmt, und ich fürchte, der Wolf könnte ihn fressen, wenn ihr nicht auf ihn achtgebt." [12:13]

Obwohl der Vater das Gefühl hatte, dass sein Sohn vielleicht in Gefahr sein könnte, ("und ich fürchte, der Wolf könnte ihn fressen, wenn ihr nicht auf ihn achtgebt"), wollte er die Brüder die Gelegenheit geben, ihre Beziehung mit Yusuf zu verbessern.

Eine wichtige Lehre ist auch: "al tawakol ala Allah".

Ein Muslim soll alles tun was er kann, aber in seinem Herzen muss er daran glauben dass das letztenendes ihm geschehen wird, was Allah für ihn entschieden hat.

Und am Abend kamen sie weinend zu ihrem Vater. [12:16]

Sie sagten: "O unser Vater, wir liefen miteinander um die Wette und ließen Yusuf bei unseren Sachen zurück, und da hat ihn der Wolf gefressen; du wirst uns doch nicht glauben, auch wenn wir die Wahrheit aussprechen." [12:17]

Und sie hatten falsches Blut auf sein Hemd gebracht. Er sagte: "Nein, ihr habt das geplant. Doch schön geduldig sein. Und Allah sei um Hilfe wider das gebeten, was ihr beschreibt." [12:18]

Ein Vater, der sein Sohn verloren hat, sagt "Doch schön geduldig sein"! Aber was ist die schöne Geduld? Und wodurch untescheidet sie sich vom "normaler" Geduld?

Vergeht der erste Schmerz nach einer schlechten Nachricht , dann vermögen die meisten Menschen Geduld zu zeigen. Jakob lässt seinen Charackter aber mit einer schönen Geduld schmücken, da er gleich zu Beginn der Prüfung standhaft ist und die Auswirkungen der Prüfungen an sich nicht erkennen lässt.

Und dann kam eine Karawane, und sie schickte ihren Wasserschöpfer voraus. Er ließ seinen Eimer herab; und er sagte: "O Glücksbotschaft! Hier ist ein Jüngling!" Und sie verbargen ihn wie eine Ware, und Allah wußte wohl, was sie taten. [12:19]

Was Yusuf passiert ist kein "Zufall", sondern Gottes Willen, denn wer könnte sich vorstellen, dass eine Karawane gerade an diesen Ort kommt, gerade an diesem Tag, in diesem Moment und in diesen Brunnen einen Eimer herablässt?

Und sie verkauften ihn zu einem schäbigen Preis für einige Dirhams; denn (an ihm) hatten sie kein Interesse. [12:20]

Und derjenige (Mann) aus Ägypten, der ihn gekauft hatte, sagte zu seiner Frau: "Nimm ihn freundlich auf. Vielleicht kann er uns einmal nützlich werden, oder wir nehmen ihn als Sohn an." Und so gaben Wir Yusuf Macht im Land, und Wir lehrten ihn (auch) die Deutung der Träume. Und Allah setzt das durch, was Er beschließt. Die meisten Menschen aber wissen es nicht. [12:21]

Und als er zum Mann heranwuchs, verliehen Wir ihm Weisheit und Wissen. Und so belohnen Wir diejenigen, die Gutes tun. [12:22]

Und sie (die Frau), in deren Haus er war, versuchte ihn zu verführen gegen seinen Willen; und sie verriegelte die Türen und sagte: "Nun komm zu mir!" Er sagte: "Ich suche Zuflucht bei Allah. Er ist mein Herr. Er hat meinen Aufenthalt ehrenvoll gemacht. Wahrlich, die Frevler erlangen keinen Erfolg." [12:23]

Die Frau des Aziz ist eine reiche Frau und wahrscheinlich auch hübsch, da für ein Aziz das Aussehen wichtig ist. Yusuf und die Frau des Aziz befinden sich in ihrem Haus, was ja bedeutet, dass sie einen Platz haben und nicht irgend einen, sondern einen sicheren ("sie verriegelte die Türen"). Hinzu kommt, dass sie Yusuf zu verführen versucht. Obwohl alles dafür spricht, dass Yusuf der Willen des Aziz Frau gehorcht, lehnt er dies stark ab und sucht Zuflucht bei Allah.

Und sie begehrte ihn, (und) auch er hätte sie begehrt, wenn er nicht ein deutliches Zeichen von seinem Herrn gesehen hätte. Das geschah, um Schlechtigkeit und Unsittlichkeit von ihm abzuwenden. Wahrlich, er war einer Unserer auserwählten Diener. [12:24]

Manche könnten meinen, dass Yusuf ihr Angebot nur deswegen ablehnte, weil er sie nicht begehrte. Aus diesem Grunde war es wichtig zu erwähnen, dass Yusuf die Frau des Aziz begehrt hätte, wenn er nicht ein deutliches Zeichen von Gott gesehen hätte.

Und sie eilten beide zur Tür, und sie zerriß sein Hemd von hinten, und sie trafen an der Tür auf ihren Mann. Sie sagte: "Was soll der Lohn desjenigen sein, der gegen deine Familie etwas Böses plante, wenn nicht das Gefängnis oder sonst irgendeine schmerzliche Strafe?" [12:25]

Wenn wir den Gespräch zwischen dem Aziz, seiner Frau und Yusuf näher betrachen, so fällt uns folgendes auf:

Die Frau des Aziz ist sehr hinterlistig, denn sie benutzt Wörter, die für's Unbekannte bzw. Allgemeine stehen: "was", "desjenigen", "deine Familie", "etwas Böses". Damit versucht die Frau des Aziz Yusuf zu bedrohen und ihm noch die Chance geben ihren Willen zu unterwerfen. Sie baut ihren Satz so auf, dass es ihrem Mann nicht deutlich wird, worum es eigentlich geht. Wer ist derjenige? Was hat er getan? Wer ist mit "deiner Familie" gemeint? Und welche Strafe bekommt er?

Wenn Yusuf es wollte, könnte die Frau ihrem Mann erzählen, dass irgend einer sie zu töten, stehlen oder vergewaltigen versuchte, und dass Yusuf sie geschützt habe, und als Beweis dafür könnte das zerissene Hemd dienen.

Die Entscheidung liegt also in Yusufs Händen, der sich aber dafür entscheidet, die reine Wahrheit und ohne List zu sagen:

Er sagte: "Sie war es, die mich gegen meinen Willen zu verführen suchte."

Und ein Zeuge aus ihrer Familie bezeugte es: "Wenn sein Hemd vorne zerrissen ist, dann hat sie die Wahrheit gesprochen und er ist ein Lügner. [12:26]

Der Zeuge ist aus ihrer Familie. Er ist also nicht neutral. Deswegen nimmt er an, dass sie die Wahrheit sagt. Da er aber eigentlich nicht subjektiv sein soll, musste er die andere Wahrscheinlichkeit auch nennen, nämlich:

Wenn sein Hemd jedoch hinten zerrissen ist, so hat sie gelogen, und er ist der, der die Wahrheit sagte." [12:27]

Als er nun sah, daß sein Hemd hinten zerrissen war, da sagte er: "Wahrlich, das ist eine List von euch (Weibern); eure List ist wahrlich groß. [12:28]

Der Zeuge fürchtet die Frau des Aziz und neigt deswegen zur Verallgemeinerung: "Weiber, eure List ist wahrlich gross"

O Yusuf, wende dich ab von dieser Sache, und du (, o Frau), bitte um Vergebung für deine Sünde. Denn gewiß, du gehörst zu den Schuldigen." [12:29]

Für den Aziz ist es am wichtigsten, dass Yusuf die Sache nicht weitererzählt. Hier wird der Charakter des Aziz deutlich nämlich, dass er in erster Linie sein Prestige bewahren will.

Und einige Frauen in der Stadt sagten: "Die Frau des 'Aziz verlangt von ihrem Burschen die Hingabe gegen seinen Willen; sie ist ganz verliebt in ihn. Wahrlich, wir sehen sie in einem offenbaren Irrtum." [12:30]

Als sie von ihren Ränken hörte, da sandte sie ihnen (Einladungen) und bereitete ein Gastmahl für sie und gab einer jeden von ihnen ein Messer und sagte (zu Yusuf): "Komm heraus zu ihnen!" Als sie ihn sahen, bestaunten sie ihn und schnitten sich (dabei) in die Hände und sagten: "Allah bewahre! Das ist kein Mensch, das ist nichts als ein edler Engel." [12:31]

Sie sagte: "Und dieser ist es, um dessentwillen ihr mich getadelt habt. Ich habe allerdings versucht, ihn gegen seinen Willen zu verführen, doch er bewährte sich. Wenn er nun nicht tut, was ich ihm befehle, so soll er unweigerlich ins Gefängnis geworfen werden und einer der Gedemütigten sein." [12:32]

Yusuf wurde von vielen Frauen in der Stadt begehrt. Ausserdem versucht die Frau des Aziz immer noch ihn zu betoren und bedroht ihn damit, ihm ins Gefängnis zu werfen, falls er ihr nicht gehorcht.

Er sagte: "O mein Herr, mir ist das Gefängnis lieber als das, wozu sie mich auffordern; und wenn Du ihre List nicht von mir abwendest, so könnte ich mich ihnen zuneigen und einer der Unwissenden sein." [12:33]

Da erhörte ihn sein Herr und wendete ihre List von ihm ab. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allwissende. [12:34]

Hierauf, nachdem sie die Zeichen (seiner Unschuld) gesehen hatten, schien es ihnen angebracht (zu sein), ihn eine Zeitlang einzukerkern. [12:35]

Man kann aus diesen Versen lernen, dass man sich nur Allah hinzuwenden braucht und ihn um Hilfe zu bitten, wie es Yusuf gemacht hat.

Obwohl alle Zeichen dafür sprachen, dass Yusuf unschuldig war, sperrte man ihn ins Gefängnis, denn Gottes Willen steht über alles.

Und mit ihm kamen zwei junge Männer ins Gefängnis. Der eine von ihnen sagte: "Ich sah mich Wein auspressen." Und der andere sagte: "Ich sah mich auf meinem Kopf Brot tragen, von dem die Vögel fraßen. Verkünde uns die Deutung hiervon; denn wir sehen, daß du einer der Rechtschaffenen bist." [12:36]

Der Islam ist nicht nur eine Religion, es ist eine Lebensart. Die zwei jungen Männer, die mit Yusuf im Gefängnis waren, erkannten, dass er ein guter Mensch ist.

Das ist Islam: Es geht nicht nur um Beten und Fasten, sondern es geht auch um das gute Verhalten.

Er sagte: "Jedes Essen, mit dem ihr versorgt werdet, wird euch nicht eher gebracht werden, bevor ich euch hiervon berichtet habe, und zwar noch, ehe es zu euch kommt. Dies (geschieht) auf Grund dessen, was mich mein Herr gelehrt hat.

Ich habe die Religion jener Leute verlassen, die nicht an Allah glauben und Leugner des Jenseits sind. [12:37]

Yusuf ist selbsbewusst und erzählt den jungen Männern, wie sehr er die Verkündung der Träumedeutungen beherrscht. Jedoch ist er nicht eitel, denn er gibt zu, dass "dies auf Grund dessen, was mich mein Herr gelehrt hat" geschieht.

Der Muslim ist also nicht feige, sondern er ist selbsbewusst, ist aber nicht hochnäsig, weil er ganz genau weiss, dass das Gottes Gnade ist.

Und ich folge der Religion meiner Väter Abraham und Isaak und Jakob. Uns geziemt es nicht, Allah irgend etwas zur Seite zu stellen. Dies ist etwas von Allahs Huld gegen uns und gegen die Menschheit, jedoch die meisten Menschen sind undankbar. [12:38]

O meine beiden Kerkergenossen, sind Herren in größerer Anzahl besser oder (ist) Allah (besser), der Eine, der Allmächtige? [12:39]

Statt Ihm verehrt ihr nichts anderes als Namen, die ihr selbst genannt habt, ihr und eure Väter; Allah hat dazu keine Ermächtigung herabgesandt. Die Entscheidung liegt einzig bei Allah. Er hat geboten, Ihn allein zu verehren. Das ist der richtige Glaube, jedoch die meisten Menschen wissen es nicht. [12:40]

Aus diesen Versen lehrt uns Yusuf wichtige Konzepte für Da'wah:

Egal wo man ist und mit wem, denkt man an Da'wah für Allahs Religion.

Yusuf der unschuldig ist und nur deswegen im Gefängnis kam, weil er keine Sünde begehen wollte, denkt immer noch an Da'wah. Und wen spricht er an? Gefangenen, die vielleicht wegen Mord oder Diebstahl im Gefängnis gekommen sind. Man darf also Menschen nie beurteilen und selber sagen wer sich für die Religion eignet und wer nicht,weil man nie weiss wen Gott zum richtigen Weg anweisen wird.

Yusuf erzählt den Männern von seinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob, und wie sehr Allah gnädig ist obwohl der Mensch undankbar ist. Dann zählt er manche "Eigenschaften" von Allah auf z.B., dass die Entscheidung einzig bei Allah liegt und dass er der Eine, der Allmächtige ist.

Es fällt auch auf dass Yusuf zunächt nichts von der Hölle gesprochen hat. Diese Art von Da'wah, dass man den Menschen Angst vor Allah macht bevor sie ihn erst einmal kennenlernen, lieben und ihn dann fürchten, scheitert meistens.

Yusuf macht ihnen einen Vergleich zwischen ihre Götter und Allah: "Sind Herren in größerer Anzahl besser oder (ist) Allah (besser), der Eine, der Allmächtige?". Damit versucht Yusuf sie zum Nachdenken zu bringen, damit sie die Wahrheit erkennen.

Yusuf versucht alles zu tun, damit die jungen Männer ihm zuhören, während er von seiner Religion berichtet: Yusuf der Prophet, der unschuldig ist, sagt zu den Gefangenen, die wahrscheinlich doch schuldig sind, "meine Kerkergenossen"! Der Prophet und die Gefangenen sind Genossen! Yusuf tut dies nur, weil ihm an erster Stelle Da'wah wichtig ist. Sein Prestige ist ihm dabei nicht von Bedeutung.

Man soll die Menschen nicht mit Da'wah langweilen. Damit ist gemeint, dass man die Aufmerksamkeit der Menschen haben soll.

Yusuf wusste, dass die jungen Männer die Deutung ihrer Träume wissen wollten. Und er hat erst deutlich gemacht, dass er dies beherrscht. Nachdem die Männer jetzt gespannt sind, die Deutung der Träume zu erfahren, erzählt Yusuf zunächt von seinem Glauben, und erst am Ende erfüllt er ihnen ihren Wunsch und verkündet ihnen die Deutung ihrer Traüme:

O meine beiden Kerkergenossen, was den einen von euch anbelangt, so wird er seinem Herrn Wein ausschenken; und was den anderen anbelangt, so wird er gekreuzigt werden, so daß die Vögel von seinem Kopfe fressen. Die Sache, worüber ihr Auskunft verlangtet, ist beschlossen." [12:41]

Und er sagte zu dem von den beiden, von dem er glaubte, er würde entkommen: "Erwähne mich bei deinem Herrn." Doch Satan ließ ihn vergessen, es bei seinem Herrn zu erwähnen, (und) so blieb er noch einige Jahre im Gefängnis. [12:42]

Jezt kommt ein neues Ereignis in der Geschichte, das erstmal nichts mit Yusuf zu tun haben scheint:

Und der König sagte: "Ich sehe sieben fette Kühe, und sie werden von sieben mageren gefressen; und ich sehe sieben grüne Ähren und (sieben) andere dürre. O ihr Vornehmen, erklärt mir die Bedeutung meines Traums, wenn ihr einen Traum auszulegen versteht." [12:43]

Sie sagten: "Ein Wirrnis von Träumen! Und wir sind nicht jene, die das Deuten der Träume beherrschen." [12:44]

Allah hilft aber immer denjenigen, die Gutes tun. Meistens kommt ein guter Mensch aus seiner Not durch Lösungen, die sich keiner vorstellen könnte.

Damit lehrt uns Allah, dass er der Allmächtige ist, der alles möglich machen kann, wenn Er will.

Dies geschieht auch dem Propheten Yusuf:

Und derjenige von den beiden, der (dem Kerker) entkommen war und sich nach geraumer Zeit (wieder an Yusuf) erinnerte, sagte: "Ich will euch die Deutung davon wissen lassen, darum schickt mich (zu Yusuf)." [12:45]

So kommt nicht Yusuf aus dem Gefängnis, weil man festgestellt hat, dass er unschuldig ist, sondern weil der König in Ägypten einen seltsamen Traum hatte, der ihm wichtig erschien und deswegen unbedingt seine Deutung wissen wollte.

Und gerade der junge Mann, der mit Yusuf im Gefängnis war, ist derjenige, der bei dem König in dieser Zeitspanne arbeitet.

"Yusuf, o du Wahrhaftiger, erkläre uns die Bedeutung von sieben fetten Kühen, die von sieben mageren gefressen werden, und (die Bedeutung) von sieben grünen Ähren und (sieben) anderen dürren, auf daß ich zurückkehre zu den Leuten, damit sie es erfahren." [12:46]

Hier fällt uns auf, wie genau der junge Mann den Traum des Königs weitersagt: ohne selberfundene Ergänzungen und ohne fehlenden Stücken! Das müssen wir auch versuchen zu lernen.

Ich versetze mich mal in Yusufs Rolle:

Ich bin schon seit etwa sieben Jahre unschuldig im Gefängnis eingesperrt. Daran ist die Frau des ägyptischen Aziz schuld. Dann träumt der ägyptische König und verlangt von mir, dass ich die Deutung seines Traumes ihm verkünde. Nachdem man mir den Traum erzählt hat, erkenne ich sofort worum es geht: In sieben Jahren kommt eine Dürreperiode in Ägypten, die sieben Jahre dauern wird. Jetzt muss ich mich entscheiden, was ich tun werde. Ich habe drei Möglichkeiten:

  1. Ich bin frustriert, weigere mich also, ein Wort zu diesem Traum zu sagen und entscheide mich somit dafür, diese Menschen -und somit mich selber- verhungern zu lassen, weil sie mich ja unschuldig ins Gefängnis geschickt haben.
  2. Ich will unbedingt aus aus dem Gefängnis raus. Gleichzeitig will ich mich auch rächen. Also gibt es nur einen Weg: Ich verspreche dem König, die Deutung seines Traumes zu verkünden, komme aber dafür aus dem Gefängnis raus. Wenn ich dann losgelassen werde, verkünde ich ihm eine falsche Deutung und lasse dann die Menschen in diesem "verfluchten" Land sterben und fliehe selber irgendwohin, wo ich auch was zum essen bekommen kann.
  3. Ich bin so eine liebe Person und möchte nicht all diese unschuldigen Menschen auf diesem Land umbringen, nur weil ich mich rächen möchte. Also ich sage ihnen die wahre Deutung des Traumes, komme aber dafür aus dem Gefängnis raus.

Auf der eine Seite habe ich somit die Ägypter vor einer bedrohenden Gefahr gewarnt, auf der anderen Seite habe ich meine Freiheit, die ich auch verdiene, weil ich ja unschuldig war.

Yusuf hat sich offensichtlich für eine vierte Variante entschieden:

Er sagte: "Ihr werdet ununterbrochen sieben Jahre lang säen und hart arbeiten; und was ihr erntet, belasst auf den Ähren, bis auf das wenige, was ihr esset. [12:47]

Danach werden dann sieben schwere Jahre kommen, die alles aufzehren, was ihr an Vorrat für sie aufgespeichert habt, bis auf das wenige, was ihr bewahren möget. [12:48]

Danach wird ein Jahr kommen, in welchem die Menschen Erleichterung finden und in welchem sie (Früchte) pressen." [12:49]

Yusuf warnt nicht nur vor die zukünftige Gefahr sondern bietet sofort eine Lösung dafür, ohne dass man dies von ihm verlangt! Er ist nicht die Art von Mensch, der die Situation ausnützt, um Druck auf andere auszuüben.

Das zeigt, wie Yusuf nur ganz wenig an sich denkt. Für ihn ist das Wohl der anderen Menschen wichtiger als sein eigenes Wohl!

Ausserdem wissen wir nicht, ob diese Menschen gläubig sind oder nicht. Uns hat Allah das nicht erwähnt. Vielleicht soll man daraus lernen, dass egal ob es sich um Gläubige oder einen Ungläubigen handelt, muss man immer für das Wohl der unschuldigen Menschen sorgen und ihr Leben schützen, wenn man das kann.

Yusuf ist nicht nur ein nachsichtiger Mensch, sondern auch sehr intelligent.

Er ist nicht nur an Da'wah interessiert, sondern kann auch einen perfekten 15-jährigen Wirtschaftslan ausarbeiten.

Wir lernen dadurch, dass ein Muslim nicht einseitig interessiert sein sollte, sondern ein Muslim soll in mehreren Bereichen des Lebens Wissen haben, so wie Yusuf: Er ist ein Prophet, also denken die meisten, dass er nur Religion (Theologie) versteht, was aber nicht der Fall ist: Er kann die Deutungen der Träume verkünden und ist im wirtschaftlichen Bereich ebenfalls sehr gut.

Und der König sagte: "Bringt ihn zu mir!" Doch als der Bote zu ihm kam, sagte er: "Kehre zurück zu deinem Herrn und frage ihn, wie es den Frauen ergeht, die sich in die Hände schnitten; denn mein Herr kennt ihre List recht wohl." [12:50]

Yusuf ist es am wichtigsten dass alle von seiner Unschuld wissen, damit er danach auch Da'wah wieder gut ausüben kann. Wenn er also aus dem Gefängnis kommt, aber das Vertraün der Menschen verloren hat, kann er nichts für seine Religion tun.

Die Frauen, die an der ganzen Sache seit Jahre beteiligt waren, müssen Yusuf für unschuldig erklären:

Er sagte (zu den Frauen): "Wie stand es um euch, als ihr eure Verführungskünste an Yusuf gegen seinen Willen ausprobiertet?" Sie sagten: "Allah bewahre! Wir haben nichts Böses über ihn erfahren!" Da sagte die Frau des 'Aziz: "Nun ist die Wahrheit ans Licht gekommen. Ich versuchte, ihn gegen seinen Willen zu verführen, und er gehört sicherlich zu den Wahrhaftigen." [12:51]

Hier stellt man fest, dass die Frau, die Yusuf hinterhergelaufen ist und ihn gegen seine Willen zu verführen versuchte, sich verändert hat.

Ein Mensch ekelt sich mit der Zeit vor sich selbst und vor seinen Sünden, wenn er nicht seinen Charakter mit Sünden vollständig vergiftet hat. Das kann auch der Fall bei der Frau des Aziz sein.

(Yusuf sagte): "Dies (kommt ans Licht), damit er ('Aziz ) erfährt, daß ich in (seiner) Abwesenheit gegen ihn nicht treulos war, und damit Allah die List der Treulosen nicht gelingen läßt. [12:52]

Und ich behaupte nicht, daß ich unschuldig bin; denn das (Menschen-)Wesen gebietet oft Böses; davon sind jene ausgenommen, derer mein Herr Sich erbarmt. Wahrlich, mein Herr ist Allverzeihend, Barmherzig." [12:53]

Hier betont Yusuf wieder warum er vom König verlangen hat, dass er die Fraün und besonderes die Frau des Aziz nach dem Ereigniss fragen soll.

Dadurch, dass die Wahrheit rausgekommen ist, dass nämlich Yusuf unschuldig ist, und dadurch dass der König begeistert war, dass es einen Mann gibt, der die Situation nicht ausgenutzt hat, um aus dem Gefängnis rauszukommen und so intelligent im wirtschaftlichen Sinne ist, verlangt der König folgendes:

Und der König sagte: "Bringt ihn zu mir, ich will ihn für mich vorbehalten." Als er mit ihm geredet hatte, sagte er: "Du bist von heute an bei uns in Sicherheit und genießt unser Vertrauen." [12:54]

Er sagte: "Setze mich über die Schatzkammern des Landes ein; denn ich bin ein wohlerfahrener Hüter." [12:55]

Der erste Wendepunkt war, als Yusuf, der Sohn eines Propheten zu einem schäbigen Preis verkauft wurde.

Diese Stelle ist ein weitere Wendepunkt in Yusufs Leben: Yusuf, der Gefangene, wird zu einem Wirtschaftsminister!

Hiermit ist die Gnade Allahs sehr deutlich zu erkennen:

Und so verliehen Wir Yusuf Macht im Lande; er weilte darin, wo immer es ihm gefiel. Wir gewähren Unsere Gnade, wem Wir wollen, und Wir lassen den Lohn der Rechtschaffenen nicht verlorengehen. [12:56]

Der Lohn des Jenseits aber ist besser für jene, die glauben und (Allah) fürchten. [12:57]

Die Handlung geht weiter und die Jahre vergehen offensichtlich:

Und es kamen die Brüder Yusufs und traten zu ihm ein; er erkannte sie, sie aber erkannten ihn nicht. [12:58]

Und als er sie mit ihrem Bedarf ausgerüstet hatte, da sagte er: "Bringt mir euren Bruder von eures Vaters Seite. Seht ihr nicht, daß ich volles Maß gebe und daß ich der beste Gastgeber bin?" [12:59]

Doch wenn ihr ihn mir nicht bringt, dann sollt ihr kein Maß mehr von mir erhalten, noch sollt ihr mir nahe kommen." [12:60]

Sie sagten: "Wir wollen versuchen, ihn von seinem Vater zu trennen; und das tun wir bestimmt." [12:61]

Es gibt keine überflüssigen Details im Koran. Daher wird uns nur die wichtigste Stelle aus dem Dialog zwischen Yusuf und seinen Brüdern erzählt. Den Rest des Dialoges kennen wir nicht, obwohl dies sowieso nichts Wichtiges für die letzte Aussage der Geschichte ist. Es ist keine Inhaltslücke entstanden dadurch, dass diese Stelle gerafft wurde.

Und er sagte zu seinen Dienern: "Steckt ihre Ware in ihre Satteltaschen, so daß sie sie erkennen können, wenn sie zu ihren Angehörigen zurückgekehrt sind; vielleicht kommen sie wieder." [12:62]

Offensichtlich gibt es die Dürreperiode überall im Nahen Osten; die Ägypten aber auf Grund von Yusufs Vorhersage und wirtschaftlichen Plan bewältigen konnte. Ägypten ist also ein Zentrum für wichtige Lebensmittel geworden.

Yusuf, der intelligente Wirtschaftsminister, hat ein System geschaffen, das den benachbarten Staaten hilft, jedoch ohne sie abhängig von Ägypten zu machen und ohne diese Staaten an das "Betteln" zu gewöhnen, denn Yusuf schaffte ein Tauschsystem, in dem Ägypten mit den benachbarten Staaten Waren tauschte.

Ausserdem war Yusuf sehr vorsichtig und schaffte ein Tauschsystem, indem Schieber keine Chancen hatten: Jede Person darf nur soviele Getreide oder Nahrungsmittel mitnehmen, wie sein Kamel tragen kann, somit kann keiner ein Monopol schaffen und die Waren teurer weiterverkaufen.

In den folgenden Versen sehen wir, wie Yusufs Brüder ihrem Vater zu überzeugen versuchen, Benjamin mit ihnen nach Ägypten zu schicken:

Als sie zu ihrem Vater zurückgekehrt waren, sagten sie: "O unser Vater, das Maß ist uns verweigert worden; so schicke unseren Bruder mit uns, so daß wir das Maß erhalten; und wir wollen ihn hüten." [12:63]

Er sagte: "Ich kann ihn euch nicht anders anvertrauen, als ich euch zuvor seinen Bruder anvertraut habe. Doch Allah ist der beste Beschützer, und Er ist der Barmherzigste Erbarmer." [12:64]

Und als sie ihr Gepäck öffneten, da fanden sie, daß ihnen ihre Ware wiedergegeben worden war. Sie sagten: "O unser Vater, was können wir (uns) mehr wünschen? Diese unsere Ware ist uns zurückgegeben worden. Wir werden den Vorrat für unsere Familie heimbringen und unseren Bruder behüten, und überdies werden wir das Maß einer Kamellast haben. Das ist ein leicht erhältliches Maß." [12:65]

Er sagte: "Ich werde ihn nicht mit euch schicken, ehe ihr mir nicht ein festes Versprechen im Namen Allahs gebt, daß ihr ihn mir sicher wiederbringt, es sei denn, daß euch selbst die Rückkehr abgeschnitten wird." Als sie ihm ihr festes Versprechen gegeben hatten, sagte er: "Allah wacht über das, was wir sagen." [12:66]

Aus diesem Dialog lehrnen wir, dass das Versprechen besonders im Name Allahs ein festes ist, das einen sehr großen Wert hat, weil Allah immer über das was wir tun und was wir sagen wacht: Allah ist der Dritte von jeden Zwei und der vierte von den Dreien.

Und er sagte: "O meine Söhne, zieht nicht durch ein einziges Tor ein, sondern zieht durch verschiedene Tore ein; ich kann euch nichts gegen Allah nützen. Die Entscheidung ruht bei Allah allein. Auf Ihn vertraue ich, und auf Ihn sollen die Vertrauenden vertrauen." [12:67]

Daß sie auf die Art eingezogen waren, wie ihr Vater es ihnen geboten hatte, konnte nichts gegen Allah nützen; nur wurde auf diese Weise das Verlangen in Jakobs Seele befriedigt; und er besaß gewiß großes Wissen, weil Wir ihn gelehrt hatten, allein die meisten Menschen wissen es nicht. [12:68]

Von Jakob lernen wir auch, was "Tawakol" (= das Vertrauen an Allah) ist.

Die Verse 69 bis 76 berichten über Yusufs erfolgreichen Plan, seinen Bruder Benjamin bei sich zu haben.

Und als sie vor Yusuf traten, nahm er seinen Bruder zu sich. Er sagte: "Ich bin dein Bruder; so sei nicht traurig über das, was sie getan haben." [12:69]

Als er sie dann mit ihrem Bedarf ausgerüstet hatte, steckte er den Trinkbecher (des Königs) in die Satteltaschen seines Bruders. Dann gab ein Ausrufer bekannt: "O ihr Kamelführer, ihr seid wahrhaftig Diebe." [12:70]

Sie sagten, indem sie sich zu ihnen wandten: "Was vermißt ihr?" [12:71]

Jene sagten: "Wir vermissen den Maßbecher des Königs, und wer ihn wiederbringt, soll eine Kamellast erhalten, ich bürge dafür." [12:72]

Sie sagten: "Bei Allah, ihr wisset doch, daß wir nicht gekommen sind, um Unheil im Land zu stiften, und wir sind keine Diebe." [12:73]

Sie sagten: "Was soll dann die Strafe dafür sein, wenn ihr Lügner seid?" [12:74]

Sie sagten: "Die Strafe dafür sei: Der, in dessen Satteltaschen er (der Becher) gefunden wird, soll selbst das Entgelt dafür sein. So belohnen wir die Übeltäter." [12:75]

Da begann er ihre Säcke vor dem Sack seines Bruders (zu durchsuchen); dann zog er ihn aus dem Sack seines Bruders hervor. So richteten Wir es für Yusuf ein; er hätte seinen Bruder nach dem Gesetz des Königs nicht aufhalten können; es sei denn, Allah hätte es so gewollt. Wir erhöhen um Rangstufen, wen Wir wollen; und über jedem, der Wissen hat, ist der Eine, Der noch mehr weiß. [12:76]

Ab hier bis zu Vers 80 sehen wir, wie Yusufs Brüder alles mögliche versuchen zu tun, um Benjamin nicht in Ägypten zu lassen, weil sie ihrem Vater Jakob ein festes Versprechen im Namen Allahs gegeben hatten, dass sie Benjamin ihm sicher wiederbringen und dass sie auf ihren Bruder gut aufpassen werden.

Sie sagten: "Hat er gestohlen, so hat zuvor schon sein Bruder Diebstahl begangen." Jedoch Yusuf hielt es in seinem Herzen geheim und offenbarte es ihnen nicht. Er sagte: "Ihr (scheint) in der Tat übler (als das) zu sein; und Allah weiß am besten, was ihr behauptet." [12:77]

Sie sagten: "O 'Aziz, er hat einen greisen Vater, so nimm einen von uns statt seiner an; denn wir sehen, du gehörst zu denen, die Gutes tun." [12:78]

Er sagte: "Allah behüte, daß wir einen anderen nehmen sollten als den, bei dem wir unsere Sachen gefunden haben; wir wären sonst wahrlich ungerecht." [12:79]

Jedoch ist es ihnen nicht gelungen, Yusuf zu "überzeugen", Benjamin frei zu lassen.

Als sie die Hoffnung, ihn umzustimmen, aufgegeben hatten, gingen sie zu vertraulicher Beratung abseits. Es sagte ihr Ältester: "Wisset ihr nicht, daß euer Vater von euch ein festes Versprechen im Namen Allahs entgegengenommen hat und daß ihr zuvor in eurer Pflicht gegen Yusuf gefehlt habt? Ich will darum das Land nicht eher verlassen, bis mein Vater es mir erlaubt oder Allah für mich entscheidet; und Er ist der beste Richter. [12:80]

Kehrt ihr zu eurem Vater zurück und sprecht: »O unser Vater, dein Sohn hat gestohlen; und wir haben nur ausgesagt, was wir wußten, und wir konnten keine Wächter des Verborgenen sein. [12:81]

Frage nur in der Stadt nach, in der wir waren, und in der Karawane, mit der wir kamen; gewiß, wir sagen die Wahrheit.«" [12:82]

Somit kehren nur 9 Söhne Jakobs aus Ägypten zurück, die ihrem Vater davon berichten müssen, dass Benjamin gestohlen habe. Ausserdem müssen sie Jakob überzeugen, dass sie dieses Mal nicht lügen.

In dem folgenden Vers wird sofort die Antwort Jakobs auf ihre Aussage gegeben, was ja bedeutet, dass die 9 Brüder sich auf den Vorschlag des Ältesten geeinigt haben und auch genau dies ihrem Vater erzählten.

Er sagte: "Nein, ihr habt euch etwas vorgemacht. Doch schön geduldig sein. Vielleicht wird Allah sie mir alle wiederbringen; denn Er ist der Allwissende, der Allweise." [12:83]

Und er wandte sich von ihnen ab und sagte: "O mein Kummer um Yusuf!" Und seine Augen wurden vor Traurigkeit trüb, (doch) dann beherrschte er sich. [12:84]

Der ägyptische Professor Adb el Basit Mohammad hat den wissenschaftlichen Nachweis im Jahre 2006 dafür erbracht, wie und warum Yakobs Augen aus Trauer um seinen Sohn Yusuf weiß wurden und er damit erblindete: Durch Trauer steigt die Konzentration des Hormons Adrenalin - ein Hormon des Nebennierenmarks, das bei Stress ausgeschüttet wird -, was auch als Gegenhormon zum Insulin wirkt. Folglich steigt die Zuckerkonzentration im Blut, was mit dem ständigen Weinen zusammen dazu führen kann, dass die Augenlinse trüb wird.

Sie sagten: "Bei Allah, du hörst nicht auf, von Yusuf zu sprechen, bis du dich ganz verzehrt hast oder zu denen gehörst, die zugrunde gehen." [12:85]

Er sagte: "Ich beklage nur meinen Kummer und meinen Gram vor Allah, und ich weiß von Allah, was ihr nicht wisset. [12:86]

Obwohl Jakob 2 Söhne verloren hat und dazu auch noch blind geworden ist, bleibt er "schön geduldig", wie er es immer war. Er ist nicht nur schön geduldig, sondern auch optimistisch und zweifelt nie an Allahs Erbarmen:

"O meine Söhne, zieht aus und forscht nach Yusuf und seinem Bruder und zweifelt nicht an Allahs Erbarmen; denn an Allahs Erbarmen zweifelt nur das ungläubige Volk." [12:87]

Pessimismus bezeichnet Jakob als Eigenschaft des ungläubigen Volkes. Deswegen fordert er seine Kinder auf, nie an Allahs Erbarmen zu zweieln. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht handelt. Im Gegensatz: Jakob sagt erst zu seinen Söhnen: "zieht ausund forscht", also handelt und glaubt dabei an Allahs Erbarmen. Hier wird wieder das Prinzip des Tawakols - des Vertrauen an Gott - zum Ausdruck gebracht.

Daraus lernen wir als Muslime, dass wir mit unserer pessimistischen Einstellung aufhören sollen und dass wir zu handeln und arbeiten beginnen müssen, wenn wir etwas an unserer heutigen nicht besonders guten Lage verändern wollen:

"Gewiß, Allah ändert die Lage eines Volkes nicht, ehe sie (die Leute) nicht selbst das ändern, was in ihren Herzen ist. Und wenn Allah einem Volk etwas Übles zufügen will, so gibt es dagegen keine Abwehr, und sie haben keinen Helfer außer Ihm." (Sure al R'ad [13:11])

Nun beginnt die Handlung sich aufzulösen, nachdem sich der Leser im Laufe der Handlung ständig Gedanken machen musste, wie diese Geschichte enden wird. Die Auflösung der Konflikte erfolgt schrittweise: Erstens soll Yusuf endlich zu seiner Familie zurück, von denen er seit mehreren Jahren gertrennt wurde. Deswegen konfrontiert er seine Brüder mit der Wahrheit, dass er nämlich Yusuf ist:

Als sie dann vor ihn (Yusuf) traten, da sagten sie: "O 'Aziz, die Not hat uns und unsere Familie geschlagen, und wir haben Ware von geringem Wert mitgebracht; so gib uns das volle Maß und sei wohltätig gegen uns. Wahrlich, Allah belohnt die Wohltätigen." [12:88]

Er sagte: "Wisset ihr, was ihr Yusuf und seinem Bruder antatet, weil ihr töricht waret?" [12:89]

Sie sagten: "Bist du etwa gar Yusuf?" Er sagte: "Ich bin Yusuf, und dies ist mein Bruder. Allah ist wahrlich gnädig gegen uns gewesen. Wahrlich, wer rechtschaffen und geduldig ist - nimmermehr läßt Allah den Lohn derer, die Gutes tun, verlorengehen." [12:90]

In diesem Gespräch fällt wieder auf dass Yusuf sich nicht rächen will und statt dessen sehr nachsichtig mit seinen Brüdern umgeht. Zweitens erkennen Yusufs Brüder, dass sie schuldig waren und das zählt viel, weil es nie zu spät ist, dass man den Weg nach Allah sucht, denn Allah ist der Allvergebende und der Barmherzige, der die Buße des Sündigen annimmt:

Sie sagten: "Bei Allah, Allah hat dich wahrhaftig vor uns bevorzugt, und wir sind wahrlich schuldig gewesen." [12:91]

Er sagte: "Kein Tadel treffe euch heute. Möge Allah euch vergeben! Denn Er ist der Barmherzigste Erbarmer. [12:92]

Drittens soll der kranke Jakob wieder geheilt und nach Ägypten gebracht werden:

Nehmt dies mein Hemd und legt es auf das Gesicht meines Vaters; dann kann er (wieder) sehen. Und bringt eure Familien allesamt zu mir." [12:93]

Als die Karawane aufgebrochen war, sagte ihr Vater: "Wahrlich, ich spüre den Geruch Yusufs, auch wenn ihr mich für schwachsinnig haltet." [12:94]

Sie sagten: "Bei Allah, du befindest dich gewiß in deinem alten Irrtum." [12:95]

Als dann der Freudenbote kam, da legte er es (das Hemd) auf sein Gesicht, und da wurde er wieder sehend. Er sagte: "Habe ich euch nicht gesagt: Ich weiß von Allah, was ihr nicht wisset?" [12:96]

Sie sagten: "O unser Vater, bitte für uns um Vergebung unserer Sünden; denn wir sind wahrhaftig schuldig gewesen." [12:97]

Er sagte: "Ich will Vergebung für euch von meinem Herrn erbitten. Wahrlich, Er ist der Allvergebende, der Barmherzige." [12:98]

Es fällt auf, dass Yusufs Hemd ein"Leitmotiv" im Laufe der Erzählung ist:

  1. "Und sie hatten falsches Blut auf sein Hemd gebracht" [12:18]
  2. "Und sie eilten beide zur Tür, und sie zerriß sein Hemd von hinten..". [12:25]
    "Wenn sein Hemd jedoch hinten zerrissen ist, so hat sie gelogen..." [12:27]
  3. "Nehmt dies mein Hemd und legt es auf das Gesicht meines Vaters..." [12:93]

Zwar ist es ein Wunder - mit denen Allah seine Propheten machmal unterstützt -, dass Yusufs Hemd Jakob wieder sehend machte, jedoch bleibt dies für uns bis heute ein Wunder des Korans und ein deutliches Zeichen dafür, dass dieses heilige Buch nicht vom Propheten Mohammad (s.a.w) geschrieben werden konnte, sondern dass der Koran Allahs Wort ist:

Professor Adb el Basit Mohammad folgerte von diesem Vers, dass es in Yusufs Hemd nichts anders als Schweiß geben konnte. Daraufhin fing der Professor an, den Schweiß genauer zu untersuchen und führte eine Zahl von Experimenten durch mit dem deutlichen Ergebnis, dass trübe Linsen, die mit Schweiß in Berührung kommen, allmählich durchsichtig werden.

Als sie dann vor Yusuf traten, nahm er seine Eltern bei sich auf und sagte: "Zieht in Ägypten in Sicherheit ein, wie Allah es will." [12:99]

Und schließlich erfahren wir die Deutung von Yusufs Traum, worüber ganz am Anfang die Rede war:

"Damals sagte Yusuf zu seinem Vater: "O mein Vater, ich sah elf Sterne und die Sonne und den Mond, (und) ich sah sie vor mir niederfallen." [12:4]

Und er hob seine Eltern auf den Thron, und sie warfen sich vor ihm nieder. Und er sagte: "O mein Vater, dies ist die Deutung meines Traumes von damals. Mein Herr hat ihn wahrgemacht. Und Er hat mich gütig behandelt, als Er mich aus dem Kerker führte und euch aus der Wüste herbrachte, nachdem Satan zwischen mir und meinen Brüdern Zwietracht gestiftet hatte. Wahrlich, mein Herr ist Gütig, zu wem Er will; denn Er ist der Allwissende, der Allweise. [12:100]

Der letzte Vers, der die Geschichte des Propheten Yusufs abschließt, ist ein schönes Gebet, das Yusuf sagte und das wir bis heute sagen können:

O mein Herr, Du hast mir nun die Herrschaft verliehen und mich die Deutung der Träume gelehrt. O Schöpfer der Himmel und der Erde, Du bist mein Beschützer in dieser Welt und im Jenseits. Laß mich als (Dir) ergeben sterben und vereine mich mit den Rechtschaffenen." [12:101]

Die restlichen 10 Versen der Sure befassen sich nicht mehr mit Yusufs Geschichte, sondern sind an Mohammad (s.a.w) gerichtet.

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(Nachwort)

Wie wir gesehen haben, wurde Yusuf von Allah im Laufe seines Lebens viel geprüft:

Erst, in der Tiefe des Brunnens; dann vor der Frau des Aziz sein Begehren zu widerstehen; später im Gefängnis unschuldig lange zu bleiben; und schließlich selber als Aziz Ägyptens, da ja Reichtum und Macht auch als Prüfung gelten.

Yusuf, sowohl als sein Vater, der seinen geliebten Sohn verlor, blieben schön geduldig und bestanden somit die Prüfungen Allahs.

Die Handlung verläuft kurvenmäßig mit vielen Schwankungen .

So sieht das Ganze dann aus:

  • Positiv: Liebe des Vaters zu seinem Sohn Yusuf
  • Negativ:Yusuf wird in die Tiefe eines Brunnens geworfen
  • Positiv: Yusuf wird aus dem Brunnen gerettet
  • Negativ: Yusuf wird als Sklave verkauft
  • Positiv: Yusuf lebt beim Aziz und erlernt von ihm Wirtschaftswissen
  • Negativ: Yusuf geht lange unschuldig im Gefängnis
  • Positiv: Yusuf wird der ägyptischer Aziz

Das fröhliche Ende zeigt uns, dass obwohl Yusuf ein hartes Leben hatte, er erfolgreich war, weil er das Vertrauen an Allah niemals verlor.

Yusuf wird als Prophet einmal in einer anderen Sure erwähnt:

"Und Yusuf kam ja vordem mit deutlichen Beweisen zu euch, jedoch ihr hörtet nicht auf, das zu bezweifeln, womit er zu euch kam, bis ihr dann, als er starb, sagtet: "Allah wird nimmermehr einen Gesandten nach ihm erstehen lassen." Also erklärt Allah jene zu Irrenden, die maßlos (und) Zweifler sind" Gafir[40:34]

Zusammenfassend lässt sich also sagen dass die Hauptaussage dieser Sure darin besteht, uns Folgendes zu lehren:

"Wahrlich, wer rechtschaffen und geduldig ist - nimmermehr läßt Allah den Lohn derer, die Gutes tun, verlorengehen." [12:90]

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Nadia Aboushady lebt in Ägypten, ist 18 Jahre alt und macht zur Zeit ihr Abitur an einer deutschen Schule in Kairo. Deutsch ist ihre erste Fremdsprache (neben Englisch und Französisch).