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Islam ist einfach
Allah (s.w.t.)
ist der Schöpfer der Menschheit und deshalb kennt Er die Feinheiten
der Menschheit besser als diese selbst. Allah (s.w.t.) hat für uns
eine Religion ausgewählt, die am besten zur Natur des Menschen passt:
Eine Religion, die nicht in die Extreme geht, seien es Schwierigkeiten
oder Nachlässigkeiten, sondern die einem mittleren Weg folgt. Mit
anderen Worten: es ist eine Religion, die leicht zu befolgen ist. Allah
(s.w.t.) sagt: "...Allah will es euch leicht machen, Er will es
euch nicht schwer machen..." (2:185) Und: "...Allah will
euch keine Schwierigkeiten auferlegen..." (5:6)
Solch eine
Leichtigkeit ist gut erklärt in einem Hadith von Abu Hurairah (r.a.),
in welchem der Prophet (s.a.w) sagte: "Religion ist einfach..."
(Bukhari) und er (s.a.w.) sagte auch: "Die beste Religion
ist die einfachste." (Ahmad) Die Leichtigkeit dieser Religion
wurde in die Praxis umgesetzt durch den besten Menschen, der kam um die
Botschaft zu übermitteln, so wie Allah es sagt: "Nun ist
bereits eine Gesandter aus euren Reihen zu euch gekommen. Es betrübt
ihn wie ihr euch versündigt! Er sorgt sich um euch! Gegen die Gläubigen
ist er (aber) gütig, barmherzig" (9:128).
Dieses Verständnis
wird in einem Hadith ausgedrückt, in welchem der Prophet (s.a.w.)
sagte: "...Allah hat mich nicht gesandt, um hart zu sein oder
Schaden zu verursachen, sondern Er hat mich gesandt um zu lehren und die
Dinge einfach zu machen." Dieses Verständnis wurde angewandt
in der Barmherzigkeit die (von Allah) den Menschen gegeben wurde: Muhammad
(s.a.w.)! In einem Hadith berichtet seine ehrwürdige Frau Aisha (r.a.):
"Wann immer der Prophet die Wahl zwischen zwei Dingen hatte, wählte
er das leichtere, es sei denn dies wäre eine sündhafte Handlung."
(Bukhari)
Viele Ahadith
berichten über solche Dinge: "Allah möchte es für
dieses Volk leicht machen und Er hasst Härte und Widrigkeiten."
(Tabarani)
"Uns
wurde ein Privileg gegenüber anderen Völkern gegeben... uns
wurden Verse gegeben, die niemand anders gegeben wurden, die beiden letzten
Verse von Sure Baqarah: '...Unser Herr, mache uns nicht zum Vorwurf, wenn
wir vergessen oder Böses tun... Unser Herr, lade uns nicht auf, was
über unsere Kraft geht...' Nach jedem Satz antwortet Allah, indem
Er sagt: 'Ich tat, ich tat, ich tat...'" (Muslim)
Um dieses
Verständnis gegenüber seinen Gefährten zu betonen, gab
es folgendes Ereignis: Als eine Beduine aufstand und begann in der Moschee
zu urinieren, nahmen die Menschen ihn fest, aber er (s.a.w.) befahl ihnen,
ihn (den Beduinen) laufen zu lassen und einen Kübel oder Becher Wasser
über den Ort zu schütten, wo er uriniert hatte. Der Prophet
(s.a.w.) sagte dann: "Ihr müsst die Dinge einfach machen
und nicht schwierig" (Bukhari).
Ein Beispiel,
das diesen Punkt verdeutlicht ist das Gebet (Salah), eine Handlung, die
so wichtig und unerlässlich ist, dass der Prophet (s.a.w.) sagte:
"Zwischen einer Person und dem Unglauben liegt das Aufgeben des
Gebets." (Muslim) Er warnte davor, selbst im Angesicht seines
Todes, in seinen letzten Atemzügen und vor dem Verlassen dieser Welt,
das Gebet zu vernachlässigen.
Trotzdem
liegt auch in dieser gottesdienstlichen Handlung für Allah, Leichtigkeit.
Zuerst sollte die Anzahl der Gebete 50 (täglich) betragen aber dies
wurde mehrere Male reduziert bis es ausschließlich 5 waren. Dann
wurde verkündet: "O Muhammad diese Anordnung wird nicht verändert.
Diese 5 aber entsprechen (in ihrer Belohnung) 50 (Gebeten)."
(Tirmidhi)
Ursachen, warum es als hart empfunden wird den Islam zu praktizieren
Wenn der
Islam eine leicht zu praktizierende Religion ist, warum finden wir dann
viele Muslime, die sie nicht praktzieren? Warum finden wir sie darin,
dass sie wenig von dem tun, was sie eigentlich tun sollten? Und warum
empfinden selbst diejenigen, die ihre Religion praktizieren dies manchmal
als schwierig?
Es gibt Gründe
warum das Praktizieren des Islam schwierig werden kann.
1) Mangel
an Frömmigkeit:
Wenn wir
davon sprechen, dass der Islam einfach ist, dann sprechen wir in Wirklichkeit
davon, dass die gottesdienstlichen Handlungen und die Moral einfach sind.
Religion wird definiert als Hingabe und Gehorsam gegenüber einem
Herrn (Rabb). Deshalb ist sich eine religiöse Person immer bewusst,
dass wir alle Knechte unseres Herrn Allah (s.w.t.) sind. Hier erkennen
wir den Fehler, dass wenn man etwas als "einfach" bezeichnet,
dies nicht bedeutet "nichts tun", und nur zu sagen "Ich
bin Muslim" und dann gar nichts mehr macht. Es ist offensichtlich,
dass diese (nicht praktizierenden Personen) etwas Leichtes wollen, aber
was wollen sie genau? Sie wollen ein leichtes Leben, eine Leben ohne religiöse
Taten.
Der eitle
Glaube, das einzige Existierende zu sein, wurde schon lange zuvor von
Allah zurückgewiesen. Er sagt: "Glaubt ihr denn, Wir hätten
euch erschaffen und ihr würdet nicht zu uns zurückgebracht."
(23:115)
Der Islam
ist leicht zu praktizieren, aber diejenigen, die nicht den Grund hinter
ihrer Existenz verstehen, die nicht das Konzept der Religion verstehen,
sondern sich nur um die Sicherung des Lebensunterhalts kümmern, diese
werden die Praktizierung (des Islam) als schwierig empfinden.
Die Leichtigkeit
des Islam wird in all seinen Anordnungen gefühlt. Einige Menschen
empfinden es evt. als schwierig, der einen oder anderen Anordnung zu folgen,
aber das bedeutet nicht, dass die Anordnung als solche hart ist. Häufig
liegt die Ursache in der Person selbst begründet. Zum Beispiel ist
das Gebet eine gottesdienstliche Handlung, so wie es Allah (s.w.t.) verdeutlicht
hat: "Und helft euch durch Geduld und Gebet; dies ist wahrlich
schwer außer für Demütige" (2:45).
Das Gebet
ist eine leichte gottesdienstliche Handlung außer für diejenigen,
die sich nicht wirklich ihrem Herrn unterwerfen; diese werden es als mühselig
empfinden. Warum empfinden sie dies so? Die Antwort lautet, dass nicht
das Gebet an sich schwierig ist, sondern die Herzen der Menschen haben
sich vom Guten zum Schlechten gewandt, so wie es Allah (s.w.t.) erwähnt:
"Wahrlich, die Heuchler versuchen Allah zu überlisten; doch
Er wird sie überlisten. Und wenn sie sich zum Gebet hinstellen, dann
stellen sie sich nur ungern auf..." (4:142)
2) Unwissenheit
Die Gesetze
des Islam bestehen nicht nur aus "tu dies" und "tu dies
nicht". Hinter jeder Pflicht steckt eine Weisheit und Absicht. Es
sollte für uns keinen Unterschied machen, ob wir die Weisheit einer
bestimmten Pflicht kennen oder nicht, denn auch wenn wir diese heute noch
nicht erkennen, so wird diese, wenn Allah es will, den späteren Generationen
enthüllt. Was von uns zuerst erwartet wird ist, dass wir uns unterwerfen
und jede Anordnung befolgen.
Zum Beispiel
das Spenden der Almosenabgabe reduziert (auf den ersten Blick) eindeutig
das Vermögen des Spenders. Der Islam sagt nicht: "Zahle die
Almosenabgabe, zahle die Almosenabgabe!", da dies die Menschen nicht
motivieren und es schließlich schwierig für sie machen würde,
danach zu handeln. Stattdessen sagt Allah: "Wer ist es, der Allah
ein gutes Darlehen gibt, damit er es um ein Vielfaches verdoppele?"
(2:245)
Der Prophet
(s.a.w.) sagte: "Wahrlich der Reichtum nimmt nicht ab, wegen dem
was ihr als Spende gebt." (Muslim).
Es scheint
oft so zu sein, dass die Muslime danach fragen, ob die Handlung oder die
Angelegeneit halal oder haram ist. Mit solch einer Haltung
wird man (evt.) nie ans Ziel gelangen, denn hinter jeder Anweisung steht
ein Aspekt der Weisheit. Ohne dies zu verstehen, wird das Praktizieren
des Islam zu einer schweren Last. Mit einem starken Glauben müssen
wir nicht immer danach fragen ob dieses oder jenes halal oder haram
ist, sondern ob es Allah gefällt. Deshalb sollten wir die Anordnungen
annehmen und nach dem Wohlgefallen Allahs (s.w.t.) streben. Wenn das Wohlgefallen
Allahs (s.w.t.) immer das Ziel ist, dann wird die Praktizierung der Religion
einfach, egal welchen Schwierigkeiten wir dann gegenüberstehen.
3) Unangebrachte
Umgebung
Es ist wahr,
manchmal empfinden wir es als schwierig die Religion zu praktizieren,
sogar diejeniegen, die sehr engagiert sind. Der Grund dafür ist,
dass wir unsere Religion in einer nicht- islamischen Umgebung praktizieren.
Islam bedeutet nicht, dass man praktiziert und gleichzeitig in eine Kufr
Gesellschaft eintaucht. Das Praktizieren wird in solch einem Umfeld wahrlich
schwierig sein. Deshalb kann man für die Schwierigkeiten nicht den
Islam verantwortlich machen, sondern die Umstände innerhalb der Gesellschaft.
Kehren wir noch einmal auf das Beispiel des Gebets zurück. Wir haben
gesehen, dass das Gebet an sich leicht ist, aber wenn man alleine unter
Nicht-Muslimen betet und diese einen anstarren, dann wird es plötzlich
schwierig. Die offensichtliche Schlussfolgerung lautet: das Gebet an sich
ist nicht schwierig, aber die Umgebung hat es schwierig gemacht.
Ein anderes
Beispiel ist das einer Frau, die einen Hidschab trägt und glücklich
damit ist, sich zu bedecken. Würde man sich in einer muslimischen
Gesellschaft befinden, dann würde es schwierig für sie (die
Frau) sein, sich nicht zu bedecken oder für einen Mann, nicht dem
Gebetsruf zu folgen und in der Moschee zu beten. Diese Schwierigkeiten
haben nichts mit der Natur unserer Religion zu tun, aber wir versuchen,
in einer dekadenten und unmoralischen Umgebung gut zu sein. Diese Wahrheiten
sind nichts Unbekanntes im Islam, weil der Prophet (s.a.w.) seine Gefährten
schon vor ca.1400 Jahren davor warnte und somit hat er auch uns gewarnt.
Durch Abu
Tha'laba (r.a.) wurde berichtet: "...vor uns liegen Tage die Ausdauer
(in der Praktizierung der Religion) erfordern. Derjenige, der Ausdauer
zeigt, wird wie einer sein, der nach brennender Kohle greift. Derjenige,
der in solch einer Zeit richtig handelt wird die Belohnung von 50 Männern
erhalten, die so handeln wie er es tut." Die Zuhörenden sagten:
" Die Belohnung von 50 von ihnen ja Gesandter Allahs!" Er antwortete:"
Die Belohnung von 50 von euch." Ein Gefährte sagte: "Jetzt
findest du die Menschen, die dir helfen, gute Taten zu tun, aber dann
werden sie nicht mehr finden was ihnen hilft, sondern sie werden Dinge
antreffen, die sich ihnen widersetzen und gegenüberstehen."
(Tirmidhi)
Der Islam
ist eine Religion der Leichtigkeit. Wenn wir es akzeptieren, dass es eine
Religion ist, mit der wir "ernst" machen, dann sollten wir ihr
Konzept übernehmen und in einem reinen Umfeld praktizieren (und nicht
in einem korrupten und dekadenten), dadurch wird es leichter sein, die
Religion zu praktizieren. Es ist nicht möglich, eine hundertprozentige
gute Gesellschaft zu haben, aber wir sollten dies versuchen indem wir
in einer Gesellschaft mit guten Muslimem leben. Dadurch verliert die Religion
ihre Hindernisse.
Die Leichtigkeit
des Islam wird sogar durch die Feinde des Islam bezeugt. Dies wurde offensichtlich
in der Aussage der Juden zur Zeit des Propheten (s.a.w.) als eine Frau
und eine Mann von ihnen Unzucht begingen. Einige von ihnen sagten zu den
Anderen: "Lasst uns zu diesem Propheten gehen, weil er wurde mit
einem leichten Gesetz gesandt..." (Abu Dawud).
Daher möge
Allah uns uns zu solchen Menschen machen, wie Er sie hier beschreibt:
"...es sind jene, die auf das Wort hören und dem besten von
ihm folgen. Sie sind es, denen Allah den Weg gewiesen hat und sie sind
es, die Verstand besitzen" (39:18).
(Aus dem Englischen übersetzt von Abu Bakr Stark)
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