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Definitionem Islamist
von Frank Abdullah Bubenheim
Die Muslime
befinden sich heute weltweit, insbesondere aber im sogenannten freien
Westen, in einer Lage der Schwäche und Ratlosigkeit, was sich u.a.
darin äußert, daß sie die Begriffsbestimmungen ihrer
Feinde übernehmen und vielleicht gedankenlos nachplappern.
Das eklatanteste
Beispiel sind wohl die Begriffe Islamismus, islamistisch
und Islamist. Nach dem deutschen Wörterbuch ist Islamismus
ursprünglich mit Islam gleichzusetzen, ebenso wie Islamit
(= Muslim) und islamitisch (= islamisch) (ohne s vor dem t), bzw.
kommen die Begriffe Islamismus usw. überhaupt nicht vor.
Dementsprechend wird der Begriff Islamist von denjenigen,
die ihn im deutschsprachigen Raum heute verwenden, sehr unterschiedlich
gebraucht und reicht von einem jeden Muslim, der sich zu seiner Religion
bekennt und sie praktiziert und die Existenz eines islamischen Staates
irgendwo auf der Welt bejaht, bis hin zum Terroristen. So finden wir z.B.
in von einigen Angehörigen der prozionistischen Antideutschen
verfaßten Artikeln mitunter, daß wenn sie von Muslimen sprechen,
das Wort Muslim oder Islam überhaupt nicht
vorkommt, sondern nur Islamist oder Islamismus
(wobei dies von ihnen allerdings im negativen Sinn und sehr aggressiv
gemeint ist). Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang auch, daß staatliche
Organe, wie der Verfassungsschutz und sogar der Bundestag, diese Begriffe
übernommen haben, wobei sie sich das Recht anmaßen, zu bestimmen,
wer noch nur Muslim und wer bereits Islamist ist.
Die ganze Sachlage mutet somit nicht besser an, als diejenige im Mittelalter,
als die Nichtmuslime, bzw. Ungläubigen, Kuffâr
oder Kâfire die Muslime Sarazenen nannten
und zum Kreuzzug gegen sie aufriefen unter dem Schlagwort Gott will
es und heute unter dem Schlagwort die Verteidigung
der freiheitlich-demokratischen Grundordnung erfordert es.
Selbst im
arabischsprachigen Raum ist zumindest dieser irreführende Begriff
islamistisch, bzw. Islamist in der Form islâmiyy,
Plural: islâmiyyûn, -în als Adjektiv zu
Islâm nach westlich-antiislamischer Definition übernommen
worden, während es für Islamismus im Arabischen
keine Form gibt, da es für das Substantiv Islamismus
rückübersetzt nur die Form Islâm gibt. Der
berühmte islamische Theologe Abu l-Hasan al-Asch´ariyy (geb.
260 = 873/874 in Basra, gest. 324 = 935 in Baghdâd) hat seinem Hauptwerk
über islamische Sekten den Titel Maqâlât al-Islâmiyyîn
gegeben, was man im Deutschen mit Die Meinungen der Islamisten
wiedergeben könnte. Danach ist ein Islamist jemand, der
sich dem Islam zugehörig erachtet, selbst wenn er per definitionem
nicht dazu zu rechnen ist, wenn seine Glaubenslehre nicht mit der islamischen
vereinbar ist, wie z.B. die Ahmadiyya (genauer: Qâdiyâniyy)
heute. Damit ist jeder Muslim ein Islamist außer wenn er
selbst sich nicht als Muslim betrachtet, obwohl er einer ist , aber
nicht jeder Islamist ein Muslim. Aufgrund der Unkenntnis ihrer eigenen
Literatur bei den meisten heutigen Muslimen und der überheblichen
Dominanz des Abendlandes, ist den Muslimen, bzw. Islamisten
oder Islamiten nun eine ganz andere, ja nicht einmal wirklich
fest umrissene Definition aufgedrückt worden, und diese haben sie
in ihrer Torheit einfach so von ihren Feinden übernommen und fühlen
sich angegriffen, wenn man sie als Islamisten bezeichnet und
versuchen stets eifrig, sich davon zu distanzieren, Islamisten
zu sein, was ihnen letztlich wohl aber nur dann gelingen wird, wenn sie
selbst ihr Bekenntnis zum Islam aufgeben, solange sie es ihren Feinden
überlassen, die Begriffe zu definieren, unter denen sie von ihnen
ausgegrenzt oder angenommen werden.
Da diese
Begriffsbestimmung seitens der Nichtmuslime anscheinend einer Einstellung
gemischt aus Unwissenheit und Böswilligkeit gegenüber dem Islam
und den Muslimen entspringt, sollten diese, anstatt zu versuchen, sich
mit ihren Feinden anzubiedern, lieber unter Bewahrung ihres Ehrgefühls
auf eine Kommunikation unter solch erniedrigenden Bedingungen verzichten
und sich der Sunna des Gesandten Allahs Allah segne ihn und gebe
ihm Heil erinnern, daß es in solchen und ähnlichen Fällen
als Abstrafung angebracht ist, mit den anderen eine gewisse Zeitlang nicht
mehr zu sprechen und sie zu boykottieren. Und wer Allah fürchtet,
dem schafft er einen Ausweg und gewährt ihm Versorgung, von wo (aus)
er damit nicht rechnet. Und wer sich auf Allah verläßt, dem
ist Er seine Genüge (Qurân 65 at-Talâq 2
f.) wo also bleibt die Gottesfürchtigkeit der Muslime in Deutschland?
Und wo bleibt die Härte seitens der Muslime, die die Ungläubigen
in ihnen vorfinden sollen (vgl. Qurân 9 at-Tauba 123), wenn
sie sich feindlich gegen sie verhalten, und sei es auch nur mit Worten?
Der Islamist
(= bekennende und praktizierende Muslim)
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