von Habib Neven
Islam
soll den
Menschen den Weg zu Gott weisen; ihm den Sinn der Schöpfung klarmachen
und wie er seine ihm gestellten Aufgaben erfüllt. Es gibt zwei Vorraussetzungen:
-
Zum
einen muss ich glauben, dass es Einen Gott gibt! Ich muss glauben,
dass Gott keinen Partner in seiner Herrschaft hat und nichts,
was die gleiche Natur wie Gott hätte oder Anteil an seiner Herrschaft
und Herrlichkeit. Dies ist der erste Teil des Glaubensbekenntnisses:
Es gibt keinen Gott ausser Allah!
-
Zum
andereren muss ich glauben, dass Gott Propheten herabgesandt
hat, um den Weg aufzuzeigen und ein lebendiges Beispiel zu geben.
Der letzte der Propheten, das Siegel der Propheten, ist Muhammad
(auf dem der Friede sei)! Dies ist der zweite Teil des Glaubensbekenntnisses:
Und Muhammad ist der Gesandte Allah.
- "Hingabe"
(an den einen Gott)
- "Ergebenheit"
(in Seinen Willen)
- "Frieden"
(durch Versöhnung mit sich selbst und Gott)
Ein
Muslim ist folglich jemand, der versucht, sich Gott hinzugeben,
sich in seinen Willen zu fügen und somit (inneren) Frieden zu
finden (dies besonders im Jenseits, da diese Welt immer ein Ort
der Konflikte ist, sowohl zwischenmenschlicher als auch innerer). Ein
Muslim ist jemand, der glaubt und bekennt, dass es keinen Gott gibt
außer Allah und dass Mohammed der Gesandte Allahs ist.
Allah ist jenseits aller unserer Vorstellungen und darf mit nichts
assoziiert werden. Jedes menschengemachte Bild von Gott und auch
die Vorstellung der Dreieinigkeit werden strikt abgelehnt. Allerdings
hat Gott Attribute, die Er selbst im Koran nennt, wie z.B. der Erbarmer,
der Liebende, der Alles Umfassende, der Vergebende, der Gütige,
der Gerechte...
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Namen Allahs sind im Koran erwähnt.
Aus
dem ersten Glaubenssatz resultieren weitere:
- Glaube
an die Engel
- Glaube
an die Propheten (von Adam bis hin zu Jesus und Mohammed, insgesamt
25 namentlich erwähnte)
- Glaube
an die offenbarten Schriften (Koran, Evangelium, Thora, Psalmen;
mit der Einschränkung, dass nur der Koran bis heute unverfälscht
geblieben ist.)
- Glaube
an den Jüngsten Tag
- Glaube
an göttliche Vorherbestimmung, Schicksal
Islam
steht auf fünf Säulen:
- dem
Glaubensbekenntnis: Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt ausser
Allah und dass Mohammed der Gesandte Allahs ist. Auch wenn natürlich
nur Gott wissen kann, ob man wirklich glaubt oder nicht, wird
allgemein als Bedingung für den Übertritt zum Islam angesehen,
dass man dieses Glaubensbekenntnis vor zwei muslimischen Zeugen
zweimal auf arabisch ausspricht: "Aschhado ala ilaha illallah
wa aschhado ana muhammadarrassul allah".
- dem
täglichen fünfmaligen Pflichtgebet
- dem
Geben von Almosen
- dem
Fasten im Ramadhan
- der
Pilgerfahrt nach Mekka einmal im Leben
Islam
unterscheidet sich wesentlich vom z.B. heutigen Christentum unter
anderem darin, dass er mehr Gesetze und Regelungen kennt. Diese
stehen oft in Konflikt zu den normalen europäischen "liberalen"
Idealen. Um den Sinn dieser Regelungen richtig zu verstehen, muss
man die Stellung des Menschen innerhalb der Schöpfung verstehen.
Der
Mensch und die Dschinn (feinstoffliche Wesen, die sich unseren Sinnen
entziehen, weil sie keinen physischen Körper besitzen) wurden nach
Aussage des Koran zu nichts anderem geschaffen, als Gott anzubeten
und zu dienen. Daher ist das Pflichtgebet die allererste Pflicht
eines Muslimen nach dem Glaubensbekenntnis, ohne das er den Sinn
seiner Erschaffung gar nicht erfüllt!
Aber
unter Gottesdienst wird nicht nur das Gebet verstanden. Jede Tat
im täglichen Leben sollte ein Gottesdienst sein, selbst solche,
wie auf Toilette gehen, seinem Beruf nachgehen, einkaufen gehen
oder mit seiner Frau schlafen! Unter anderem deswegen gibt es für
fast jede Handlung bestimmte Gebete und Regeln, die diese Tätigkeiten
zum Gottesdienst werden lassen. Diese Regelungen richten sich gemeinhin
nach dem Vorbild des Propheten Muhammad (auf dem der Friede sei).
Das
Ideal des Muslimen ist es also, das Leben des Propheten s.a.w. als
Richtschnur für das eigene zu nehmen, soweit das in diesem Zeitalter
und unter den gegebenen Umständen möglich ist. Sollte man die jeweilige
Sunnah (Beispiel, Weg, Art und Weise, Vorschrift oder Aussage des
Propheten s.a.w.) nicht kennen, sollte man wenigstens "Bismillah"
vor einer Tätigkeit aussprechen: Im Namen Allahs!
Der
Mensch wurde vor allen anderen Geschöpfen Allahs ausgezeichnet.
Er unterscheidet sich von den Engeln und den Dschinnen dadurch,
dass er nicht nur einen feinstofflichen Körper besitzt, sondern
auch einen physischen. Er unterscheidet sich von den Engeln und
Tieren dadurch, dass er einen freien Willen hat und das Gute oder
das Böse bewusst wählen kann. Deshalb: Befolgt der Mensch
die Gebote Allahs und meidet das Verbotene, ist er besser als die
Engel, die doch nur mit der Lobpreisung Gottes beschäftigt
sind und nie Sünde begehen, weil der Mensch es aus freiem Willen
tut, während die Engel gar nichts Schlechtes tun können.
Aber, befolgt er nicht die Gebote Gottes, ist er schlimmer als ein
Tier, dass auch nur seiner Begierde folgt, dafür aber nicht
bestraft wird, weil es ja nicht anders handeln kann!
Der
Mensch wurde von Gott als Stellvertreter auf Erden eingesetzt. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass er mit der Erde verfahren darf wie er
will, sondern er muss sich seiner hohen Verantwortung gegenüber
sich selber, seinen Mitmenschen und der gesamten Natur bewusst sein,
denn er wird später für alles ihm Anvertraute zur Rechenschaft
gezogen werden. Wie wir sehen, sind sich nur wenige Menschen und
Muslime dieser großen Aufgabe bewusst! Der Koran beschreibt
dies in folgendem Vers (Die Kuh, Vers 30):
Und als dein Herr zu den Engeln sprach: "Siehe,
Ich will auf der Erde für Mich einen Sachverwalter einsetzen",
da sagten sie: "Willst Du auf ihr einen einsetzen, der auf
ihr Verderben anrichtet und Blut vergießt? Wir verkünden
doch Dein Lob und rühmen Dich." Er sprach: "Siehe,
Ich weiss, was ihr nicht wisst."
Ein
wesentlicher Zug eines Muslim sollte sein, sich Gott anzuvertrauen,
sein Bestes zu geben, und alles andere Gott zu überlassen;
Prüfungen geduldig zu ertragen und nicht gegen sein Schicksal
aufzubegehren, was aber nicht bedeutet, dass er nicht Lehren aus
Fehlschlägen ziehen sollte. Es ist die Pflicht eines Muslim,
sich Wissen anzueignen, um ein immer besserer Diener Gottes zu werden,
was ja seine eigentliche Bestimmung ist, und um das Verbotene zu
kennen und zu meiden. Denn auch hier gilt wie im deutschen Recht:
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! Erfüllt der Mensch
seine ihm zugedachte Aufgabe, erfährt er inneren Frieden und
Glück im Dienste Gottes!
Trotz
aller Regelungen im Islam kann man sagen, dass Islam so verschieden
ist, wie die Menschen, die ihn leben. Was also wirklich Islam ist,
kann man nur erfahren, wenn man ihn lebt!
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